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Betrug mit Domain-Wertgutachten

Geschrieben am 21. März 2008 von Matthias Meier in News mit keinen Kommentaren

scam.jpgAktuell läuft eine neue Abzockwelle im Zusammenhang mit Wertgutachten für Domain-Namen. Die ersten Mails diesbezüglich sind in den USA aufgetaucht. Man sollte jedoch mit einem Überschwappen der Welle auf Europa rechnen.

Der Betrug läuft nach folgendem Schema ab: der Domaininhaber erhält eine E-Mail, in welcher das Interesse an einem seiner Domains und der Wille zum Erwerb bekundet wird. Antwortet er auf die Anfrage, so verlangt der Interessent ein aktuelles Wertgutachten für diese Domain, damit der Kaufpreis verifiziert werden könne. Zur schnellen Abwicklung schlägt der Interessent auch gleich einen Anbieter zur Ausstellung des Wertgutachtens vor.

Dieser Tipp ist jedoch nicht ganz uneigennützig: denn Anbieter des Wertgutachtens und Interessent stecken wirtschaftlich unter einer Decke. Bereits im Juni 2005 schlug in den USA eine Welle um sich. Die längere Pause zwischen den Wellen zielt wohl darauf ab, dass die Domain-Inhaber wieder unvorsichtiger mit derartigen Anfragen umgehen. Nach Angaben von domainnamewire.com haben in den vergangenen zwei Wochen sechs Nutzer den Erhalt solcher Nachrichten bestätigen können.

In diesen E-Mails werden «Ronald Winski, Vice President PHR Systems» und ein «Andreas Winski, Vice President TNG Technologies» genannt. Es scheint, als seien die versandten Nachrichten teilweise individuell formuliert worden. Der Aufbau der E-Mails ist jedoch stets ähnlich und der Inhalt nur wenige Sätze lang. Anders als in vielen Phishing-Mails ist die vorliegende Falle nicht gleich offensichtlich, wodurch Nutzer in der Hoffung auf ein gutes Geschäft leichtfertig ein Domain-Wertgutachten in Auftrag geben könnten. Dass das erstellte Gutachten zudem praktisch unbrauchbar ist und als Bemessung für den wahren Wert der Domain kaum herangezogen werden kann, versteht sich schon fast von selbst.

Derartige Mails können getrost ignoriert werden. Wer ernsthaft an einer Domain interessiert ist, wird sich gegebenenfalls selbst um ein Wertgutachten der Domain bemühen. Und sollte der Interessent einmal auf einem Wertgutachten beharren, dann kann ein vom Interessenten in Auftrag gegebenes Gutachten im Falle einer Einigung später immer noch mit dem Kaufpreis verrechnet werden. Es empfiehlt sich jedoch, auf offensichtlich betrügerische E-Mails erst gar nicht zu reagieren.

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