Die Ein-Zeichen-Domains werden versteigert
Die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) will die Vergabe der Ein-Zeichen-Domains über Auktionen regeln. Dazu hat man sich als externen Berater ein Team von Power Auctions LLC zu Hilfe geholt. Es sollen alle Ein-Zeichen-Domains von «a» bis «z» und den Zahlen 0 bis 9 unter allen 16 generischen Top Level Domains versteigert werden. Somit sind zukünftig Domains wie a.com, b.org oder 1.info möglich. Diese Ein-Zeichen-Domains waren bisher gemainsam mit Begriffen wie «internic», «example» und zahlreichen weiteren auf der Liste der nicht registrierbaren Domains aufgeführt. Die Liste, welche seit 1993 besteht, gilt für alle 16 generischen Top Level Domains und könnte sich nun als Lizenz zum Geld drucken herausstellen.
Um das geeignetste Mittel zur Vergabe der Ein-Zeichen-Domains zu evaluieren, führte die ICANN unter anderem eine öffentliche Befragung durch. Die Vorschläge reichten von der «first come, first served»-Methode bis zur Zufallslotterie. Als effizienteste und fairste Vergabemethode stellte sich jedoch die Auktion heraus. Begründet wurde dies auch mit Aussagen der OECD, wonach Auktionen das beste Mittel zur Bestimmung eines wahren Marktwertes sind, da der Preis von denen entschieden wird, die den Markt üblicherweise am besten kennen.
Welches Auktionsmodell schlussendlich eingesetzt werrden soll, ist momentan noch unklar. Es stehen monatliche oder geheime Auktionen zur Auswahl. Jedoch auch solche, in welchen Zugriffsrechte mit freier Domainwahl versteigert werden sollen. Auch ob die Auktionen mit ablaufender Zeit oder bis zum letzten Gebot durchgeführt werden sollen, ist noch offen. Dabei Power Auctions LLC als erfahrener Auktionator der ICANN beratend zur Seite stehen. Bisher ist nur klar, dass die Auktionen online durchgeführt werden sollen und eine Hinterlegung von Sicherheiten gefordert ist.
Was die ICANN mit dem Verkaufserlös macht, ist indes noch unklar. Der Erlös könnte in die Infrastruktur oder in die Senkung der Registrierungsgebühren fliessen. Das Geld könnte jedoch auch zur Unterstützung von ccTLDs in Entwicklungsländern dienen.